Pfälzischer Merkur

11. Juni 2008 - Seite 17

Liebe Zweibrücker Seeleute!

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion der Tageszeitung Pfälzischer Merkur
Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH
Artikel aus der lokalen Beilage "Zweibrücker Zeitung" vom 11. Juni 2008

Nein, diesmal schreibe ich nicht wegen der Rosenregatta, und auch die gekaperten Kanalschipper sollen unbehelligt bleiben. Diese Flaschenpost geht an die Marinekameraden, die 1990 in Zweibrücken vor Anker gegangen sind und sich nach Teddy Suhren, dem Kommandanten des früheren Zweibrücker Paten-Uboots „U 564“ nennen. Mit ihrem zünftigen Shantychor haben sie neulich eine andere Besatzung in unserer Stadt begrüßt: die „UHaie“, so genannt nach ihrem ehemaligen Boot. Sie trafen sich in Zweibrücken, weil einer der ihren hier seinen Heimathafen hat. Die Haie sind im Rathaus von Käpt’n Blaubär empfangen worden, der ihnen bestimmt erzählt hat, dass Zweibrücken eine submarine Stadt ist. Und das ist wahrhaftig kein Seemannsgarn!

Denn schon vor 140 Jahren hat der Ingenieur Wilhelm Bauer im Zweibrücker Dinglerwerk mit der Konstruktion eines manövrierfähigen Unterseebootes begonnen, lief jedoch bald wegen Geldmangels auf Grund. Erfolgreich war dagegen der Zweibrücker Erfinder Hermann Anschütz-Kaempfer, ein guter Freund Albert Einsteins: Er konstruierte den Kreiselkompass, um damit in einem U-Boot den Nordpol zu unterqueren. Dazu kam es dann zwar nicht, stattdessen wurde der Kompass 1908, also vor genau hundert Jahren zum ersten Mal auf einem Linienschiff in Dienst genommen. Beim Landgang in Zweibrücken haben sich die Uboot-Männer und ihre Marinekameraden, wie man hört, ganz ohne Kompass zurechtgefunden und sehr wohl gefühlt. Also dann, ihr Seebären, gute Fahrt und Ahoi!

Der Archivar

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