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DAS U-HAI WAPPEN

Das Bootswappen des Unterseebootes Hai stellt einen Haifisch in einer Aufwärtsbewegung vor dem Hintergrund eines Galgens und eines Marterrades dar. Die Aufwärtsbewegung des Haifisches steht für die Fähigkeit des U-Bootes, aus der Tiefe heraus zu operieren, wobei die Bauchlage des Raub- fisches eine friedliche Absicht symbolisiert. Das Marterrad und der Galgen im Wappen stammen aus dem Crew-Wappen XII/39 des 2. Kommandanten von U-Hai, Kapitänleutnant Voß, der mit dem Entwurf eines Bootswappens beauftragt worden war.

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KOMMANDANTEN

15.08.57-15.10.58  
KL Erhardt

16.10.58-16.07.60  
KL  Voß

16.07.60-31.07.63  
KL  Emsmann

01.08.63-22.03.64  
OL z.S. Jung, E.D.

22.03.64-30.06.66  
OL z.S. Rehse

01.07.66-14.09.66 
OL z.S. Wiedersheim

BILDERGALERIE

DAS U-HAI UNGLÜCK

Am 14. September 1966 gegen 19:00 Uhr sinkt das Unterseeboot "Hai" 138 sm nordwestlich von Helgoland auf der Doggerbank auf 55.09 nördlicher Breite und 04.20 östlicher Länge in einem schweren Sturm.

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QUELLENANGABEN

1.

Hannes Ewerth 
"Die U-Flottille der deutschen Marine", Koehlers Verlags- gesellschaft mbH Hamburg,
ISBN 3-7822-0641-X

2.

Eberhard Rössler
"U-Boottyp XXIII",
Bernard & Graefe Verlag
ISBN 3-7637-6236-1

3.

Erinnerungen der ehemaliger "Hai"-Fahrer
Hans Ehring,
Siegmund Mainusch und
Lothar Schwuchow

4.

http://www.janmaat.de 

5.

http://de.wikipedia.org

 


Foto © PIZ Marine
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Über U-Hai

Mit Gründung der Bundeswehr begann eine neue Periode des  U-Bootfahrens in Deutschland. Das Unterseeboot "Hai" wurde als erstes Boot der jungen Bundesmarine am 15. August 1957 in Dienst gestellt. 

Es war ein Boot der ehemaligen Kriegsmarine (U-2365 , Typ XXIII), das im Kattegatt, nahe der Insel Anholt, durch die Hamburger Bergefirma Beckedorf auf eigenes Risiko aus 56 m Wassertiefe gehoben worden war. 

Das beim Versenken das Bootes auslaufende Öl hatte sich wie eine Schutzschicht über alle Metallteile gelegt. Daher war das Boot bei seine Bergung  Im Juni 1956 noch in erstaunlich guten Zustand und konnte in weniger als einem Jahr von den Kieler Howaldtswerken für nur 2,5 Millionen Mark vollständig überholt werden. Dabei mussten nur wenige Elemente wie Schalttafel und Elektromotor erneuert werden und das Boot wurde in fast ursprünglicher Ausführung als "U-Hai" an die Bundesmarine abgeliefert. Lediglich der Bugbereich war für die Aufnahme eines neuen aktiven akustischen Ortungsgerätes etwas verändert worden. Außerdem erhielt das Boot eine Ankervorrichtung, die beim Typ XXIII nicht vorhanden gewesen war.

Das Boot wurde, wie bereits eingangs erwähnt, am 15. August 1957 gemäß dem Indienststellungsbefehl Nr. 25 unter dem Namen Unterseeboot "Hai" mit Heimathafen Flensburg-Mürwik durch den Kommandeur des Schiffserprobungskommandos in Kiel in Dienst gestellt und wurde zunächst für die Dauer der Erprobung der  Über- und Unterwassertauglichkeit truppendienstlich und fachlich dieser Dienststelle unterstellt. Während der Erprobungszeit vom November 1957 bis zum Juli 1958 zeigte das Boot gute Überwasser- und Unterwasser-Fahreigenschaften. Die maximale Tauchtiefe wurde auf 60 m festgesetzt.

Im August 1956 war im Großen Belt ein weiteres gut erhaltenes Typ XXIII Unterseeboot (ex. U 2367) gehoben worden. Dieses Boot wurde ebenfalls bei den Kieler Howaldtswerken aufgearbeitet und  konnte kurze Zeit nach U-Hai am 1. Oktober 1957 als "U-Hecht" in Dienst gestellt werden.

Im Laufe der Erprobungen der beiden Boote beim Schiffserprobungskommando in Kiel wurden auch die ersten jungen Ubootfahrer unter der Führung erfahrener Uboot-Offiziere und Portepeeunteroffiziere des zweiten Weltkrieges ausgebildet. Nach Abschluß der Erprobung unterstanden die Boote zunächst dem „Kommando der Zerstörer“, dann aber dem „Kommando der amphibischen Streitkräfte“ unter dem damaligen Kapitän zur See Otto Kretschmer.

Am 1. August 1959 wurde unter dem Kommando des damaligen Fregattenkapitän Reche die U-Boot-Lehrgruppe in Neustadt in Holstein aufgestellt. Am 28. März 1960 wurden U-Hai und das typgleiche Schwesterboot U-Hecht als erste Schul-U-Boote der Bundesmarine der Lehrgruppe unterstellt. 

Im Laufe eines längeren Werftaufenthalts bei Blohm & Voss vom September 1962 bis zum August 1963 wurden mehrere Umbauten vorgenommen. Unter anderem wurde eine moderne, dem aktuellen technischen Stand entsprechende Antriebanlage eingebaut. Dabei wurde das Boot um etwa 1,50 m verlängert.  Außerdem wurde die Form des Turms  geändert und der Dieselzuluftmast im Turm wurde deutlich gekürzt und zugeflanscht. Die Oberkante des Luftabnahmestutzens lag nun nur noch 1,35 m über der Wasserlinie des Bootes im aufgetauchten Zustand. Diese Baumaßnahme schaffte letztlich eine Schwachstelle, die bei Überwasserfahrt in rauer See die Übernahme von Seewasser in die Maschinenraumbilge begünstigte und die als einer der auslösenden Faktoren für den Untergang von U-Hai am 14. September 1966 angesehen werden kann.

Nach dem Umbau erhielten die Boote die neue Typenbezeichnung 240. U-Hai und  U-Hecht hatten nach dem Umbau eine Verdrängung von 275 Tonnen. Am 1. August 1963 erfolgte die Wieder-Indienststellung des Unterseeboots "Hai" unter dem Kommando von Oberleutnant zur See Jung.

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Der 14. September 1966

Am 14. September 1966 gegen 19:00 Uhr sinkt das Unterseeboot "Hai" 138 sm nordwestlich von Helgoland auf der Doggerbank auf 55.09 nördlicher Breite und 04.20 östlicher Länge in einem schweren Sturm. Das Boot war im Verband mit den Unterseebooten "Hecht" und U 3" sowie dem Tender "Lech" und dem Sicherungsboot "Passat" auf einer Übungsfahrt nach Aberdeen in Schottland.

Der Untergang des Bootes, das seit 18:45 Uhr am 14. September vermisst wird, wird erst offensichtlich, als am 15. September um 7.32 MEZ der Kapitän des  britischen Fischtrawler "St. Martin" über Funk meldet: "Habe Überlebenden des deutschen Ubootes S170 auf 55.05 nördlicher Breite und 04.25 östlicher Länge geborgen". Es ist der Smut von U-Hai, Obermaat Peter-Otto Silbernagel, der nach fast 14 Stunden im Wasser gerettet werden konnte. Er ist der einzige Überlebende des Unglücks. Seine 19 Kameraden verloren bei dem Untergang des Bootes ihr Leben.

Die Untergangsposition von U-Hai wird vom Tender "Lech" im Laufe eine Suchaktion  per Sonar festgestellt und markiert. Taucher bestätigten, dass es sich um das gesuchte Boot handelte. Das Unterseeboot "Hai" wird dann am 21. September 1966  durch den Bergekran MAGNUS III aus 46 m Tiefe gehoben und zur Untersuchung der Unglücksursache nach Emden gebracht.

Das Gutachten vom 23. Dezember 1966 kommt zu dem Schluss, dass die beschriebene Verkettung unglücklicher Umstände Ursache des Untergangs war und Lenzmittel nach der Entdeckung des Wasserstandes aufgrund falscher Lageeinschätzung nicht eingesetzt wurden. Lesen Sie dazu die ausführliche Schilderung des Hergangs.

U-Hai wurde am 24. September 1966 offiziell außer Dienst gestellt. Am 30. September 1968 wurde dann auch das Schwesterboot U-Hecht außer Dienst gestellt. Beide Boote wurden verschrottet.

Die Bootsglocke von U-Hai hat am  31. März 1973 in der Weihehalle des Marineehrenmals in Laboe ihren Platz gefunden.


U-2365 (Typ XXIII)

U-2365 war ein Einhüllen-Küstenboot, das 1944/45 von der "Deutschen Werft" in Hamburg gebaut wurde. Der Rumpf hatte eine Stromlinienform und wurde aus vier Einzelsektionen zusammengebaut. 

Die Typ XXIII Boote waren Elektro-U-Boote mit großer Unterwasserfahrleistung. Sie waren mit einem Teleskopschnorchel und nur einem Sehrohr ausgerüstet. Die Bewaffnung bestand aus lediglich zwei Bugtorpedorohren. Die maximale Tauchtiefe lag bei ca. 150m. 

Insgesamt wurden 62 Boote dieses Typ fertiggestellt. Wer an weiteren Details hinsichtlich Entwicklung, Bau und Einsatz der Typ XXIII U-Boote interessiert ist, dem wird die Lektüre des Buches "U-Boottyp XXIII" von Eberhard Rössler  Bernard & Graefe Verlag, ISBN 3-7637-6236-1) empfohlen.

Der Stapellauf von U-2364 erfolgte am 26.1.1945 und die Indienststellung am 2.3.1945 unter Oberleutnant zur See Korfmann (03/45-05/45).

Das Boot gehörte zur 4. U-Flottille in Stettin. Am 5. Mai 1945 wurde U-2365 unter Oberleutnant zur See Uwe Christiansen bei einem Fliegerangriff einer tschechischen Librator L, RAF Sqdr. (311 CzechSqdr) beschädigt und später durch die Besatzung im Rahmen der "Operation Regenbogen" im Kattegat vor Anholt versenkt. 

Die Hamburger Bergungsfirma Beckedorf erhielt 1965 den Auftrag, das im Kattegat auf dem Meeresgrund liegenden U 2365 ausfindig zu machen und zu heben. Im Juni 1956 wurde das U-Boot dann vom Bergungsschiff "John Beckedorf" aus als 56 m Wassertiefe geborgen.  Nach einem zeitgenössischen Bericht betrat nach der Bergung als erster der letzte Kommandant von U 2365, Uwe Christiansen, das Boot, um sich aus der Kommandantenkammer sein Fernglas zu holen.

Das Boot wurde nach einer Grundüberholung bei den Kieler Howaldtswerken am 15. August 1957 unter dem Namen "U-Hai" als erstes Unterseeboot der jungen Bundesmarine in Dienst gestellt.

Karl Schmeink, UK Kiel

DATEN UND FAKTEN

Bauwerft:

Deutsche Werft, Hamburg, 1945, Stapellauf: 26.1.1945, Indienststellung am 2.3.1945

Instandsetzungswerft:

Howaldtswerke, Kiel, 1957, Indienststellung am 15.8.1957

Umbauwerft:

Blohm und Voss, Hamburg

Außerdienststellung zum Umbau am 19.10.1962

2. Indienststellung, nach dem Umbau am 1.8.1963

Wasserverdrängung:

230 / 260 ts  -  nach dem Umbau: 275 ts

Länge:

34,68 m  -  nach dem Umbau 1962/1963: 36,12m

Breite:

3,02 m

Höhe:

7,7 m

Tiefgang:

3,62 m

Antriebsanlage

- Diesel:

- Getriebe:

- Batterie

- Generator:

 

- Schleichmotor:

vor der Umrüstung 1962/1963:

1 MWM RS 74 S 6 Zylinder-Viertaktdiesel, 575 PSe, n = 850 UpM 

600 PSe, n = 2,835:1

2 x 31 Doppelzellen, 5400 Ah bei 20 Std. Entladung

Generator-Betrieb: 385 KW, 300 V, 1200 A, n = 850 UpM

Motor-Betrieb; 332 KW, 240 V, 1520 A, n = 775 UpM

32,5 KW, 300 V, N = 370 UpM

Antriebsanlage

- Diesel:

- Batterie

- E-Maschine:

- Schleichmotor:

nach der Umrüstung 1962/1963:

Maybach MB 820 S 1,, 550 PSe, n = 1400 UpM, mit angehängtem Generator 400 KW

2 x 62 Zellen Typ 16 PAS, 5150 A bei 5 Std. Entladung

332 KW, 240 V, 1520 A, n = 775 UpM

32,5 KW, 300 V, N = 370 UpM

Leistung:

630PS/470kW bei Überwasserfahrt  -  580PS/433kW getaucht

Geschwindigkeit:

9,7 bei Überwasserfahrt  -  12,5 kn getaucht

Maximale Tauchtiefe:

180 m

Reichweite:

2600 sm (4,800 km) bei 8 kn bei Überwasserfahrt, 194 sm (359 km) bei 4 kn getaucht

Bewaffnung:

2 Torpedorohre

Besatzung:

3 Offiziere, 2 Unteroffiziere mit Portepee, 8 Unteroffiziere, 6 Mannschaften

 

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